Mittwoch, 2. August 2017

Hanabira – Japanische Lebensmittel & Feinkost in Berlin

In Berlin hat ein neues Geschäft eröffnet, in dem man japanische Lebensmittel und auch vor Ort zubereitete Feinkost bekommen kann.
Hanabira, Blütenblatt, so heißt der Laden und befindet sich in der Colbestr. 5 in Friedrichshain nahe dem U-Bahnhof Samariterstraße.

Ich habe auf Facebook von der Eröffnung erfahren und war neugierig auf das Angebot und auch auf die angebotenen Speisen, die es anlässlich der Eröffnung am 22. August 2017 ab 10:00 Uhr zu verkosten geben sollte.

Also zog ich los und war gegen 11:00 Uhr da. Von außen ist das Geschäft noch recht unauffällig. Man merkt, dass der Laden neu und im Aufbau ist.


Ich schaue mir erst einmal die Waren in den Regalen an. Bitte verzeiht die schlechte Qualität der Fotos.

Es gibt die gute Mayonaise 'Made in Japan' zu kaufen.^^


Sesamöle, Dashi-Pulver ohne Geschmacksverstärker, verschiedene hochwertige Sojasaucen, Produkte mit Ume, Shiso, Yuzu und Naoshichi, Nudeln, Mirin, Azukibohnen, Sesam und viele weiter Produkte befinden sich in den Regalen.


Es gibt auch Tee zu kaufen, der alleine schon von der Verpackung her, viel verspricht. (Muss ich unbedingt noch probieren.^^)


Mein Fazit, was das Sortiment angeht:

Daumen hoch! :-D
Hier findet man alle Grundzutaten und noch mehr für die japanische Küche in hervorragender Qualität.
Viele Produkte sind von Clearspring, einer Firma mit Sitz in London, die japanische Produkte in Bio-Qualität vertreibt.
Weitere Produkte sind zwar nicht Bio, dafür original japanische Spezialitäten und in einer Qualität, die man so nicht in einem japanischen Supermarkt findet (und erst recht nicht in hiesigen Asia-Supermärkten).
Wie zum Beispiel die vielen Produkte aus der Präfektur Kôchi auf Shikoku.

Wer sich dafür interessiert, wie es in einem japanischen Supermarkt aussieht, klickt einfach diesen Link zu meinem Post "Einkaufsbummel" an.

Die Stadt Kôchi ist absolut klasse und ich bzw. wir möchten unbedingt noch einmal dorthin.
Hier der Link zu unserem Aufenthalt 2010 in Kôchi.

Ich werde sicher noch das ein oder andere Produkt aus Kôchi kaufen und kann es euch dann ja näher vorstellen.

Positiv eingestimmt von der Regalauslage wende ich mich nun den angebotenen Speisen zu.



Ich probiere von der Kurodaizu Sojasauce. Mmh, ist die gut. Und auch das Yuzu Ponzu überzeugt geschmacklich.

Der helle Kuchen ist okay, etwas rauh auf der Zunge, der Marmorkuchen schmeckt.

Ich komme mit der Inhaberin Katrin Tiede ins Gespräch. Dann unterhalte ich mich noch angeregt mit einem anderen Besucher, einem Japanologen, der jetzt als Übersetzer arbeitet.

Allmählich füllt sich der Laden und ich beschließe, noch einmal herzukommen, da ich neugierig geworden bin und noch viele Fragen auf dem Herzen habe.

Bevor ich den Laden verlasse, schnappe ich mir noch je einen Cookie.


Auf dem Heimweg probiere ich sie. Aber sie sagen mir nicht sonderlich zu.

Am Freitag, dem 28. Juli mache ich mich erneut auf nach Friedrichshain.
Im Gepäck habe ich drei Stück von meinem Vanilla Chiffon Cake.

Ich habe Glück und es ist gerade kein Kunde da. Die Inhaberin des Hanabira, Katrin Tiede ist bereit, mir Rede und Antwort zu stehen. :-)
Während des Interviews stellt sich heraus, dass Katrin eine sehr sympathische und offene Gesprächspartnerin ist.
Und ihr schmeckt mein Chiffon. :-P

Katrin ist gelernte Industriemechanikerin und auch Technische Systemplanerin (Ausrüstungs- und Versorgungstechnik). Durch Manga und Anime hat sie ihre Liebe zu Japan und zur japanischen Küche entdeckt. Katrin Tiede hat mehrere Kochkurse bei Fumiko Suzuki besucht (hier ein Interview mit Frau Suzuki) und ihre Kochkünste seitdem immer weiter verfeinert.
Schon lange träumt sie davon, ihren Mitmenschen die Vielfalt der japanischen Küche näherzubringen; aber auch den Kochfreudigen japanische Lebensmittel in Bio-Qualität anbieten zu können.
Da Katrin aufgrund gesundheitlicher Probleme ihren Beruf nicht mehr ausüben konnte, wagte sie nun den Sprung in die Selbständigkeit und verwirklichte ihren Traum.

Benötigt man dafür nicht Kenntnisse in Buchhaltung? Was ist mit Einkauf, Verkauf und Marketing?

Katrin erzählt mir, dass sie einige Seminare diesbezüglich absolviert hat. Respekt!
Allerdings könnte sie Unterstützung brauchen, was u.a. den Einkauf in Japan angeht. Sie sucht einen möglichst finanzstarken Geschäftspartner mit guten Japanischkenntnissen, der etwas von der Materie versteht.

Also, falls einer von euch Lesern jemanden kennt, gebt bitte Bescheid. :-)

Abgepackte Waren zu verkaufen ist das eine, aber zusätzlich noch selbst zubereitete Speisen anzubieten, ist schon eine ganz andere Nummer. Ist das nicht zu viel auf einmal?

Natürlich ist der Aufwand größer (gewerblich zugelasse Küche, Vitrinen, Geschirr, etc), aber genau dieses Konzept sei ihr Traum, erklärt sie mir.
Katrin kümmert sich alleine um den Einkauf, den Verkauf im Laden und auch um die Zubereitung der Speisen.

Ist auch ein Online Shop geplant?
Im Moment nicht. Für einen Online-Shop sind ganz andere Lagerkapazitäten nötig, die derzeit nicht vorhanden sind.

Ich möchte wissen, was sie ihrer Meinung nach von anderen ähnlichen Geschäften wie Daruma oder Smart Deli unterscheidet.
Das Sortiment ist bisher einmalig in Berlin. Auch die Möglichkeit, viele kleine japanische Beilagen vor Ort probieren zu können, soll das Hanabira zu einer lohnenswerten Anlaufstelle machen.
Dabei besteht nicht der Anspruch, gehobene Küche anzubieten, sondern den Berlinern die japanische, traditionelle Alltagskost näherzubringen.

Wie kam es zur Wahl der Örtlichkeit? Ist die Colbestr. nicht ab vom Schuss?
Katrin stammt aus dem "Osten" und daher wollte sie auch im Ostteil der Stadt ihren Laden eröffnen.
Die Colbestraße ist zwar eine Seitenstraße, aber es sind hier sehr viele Leute unterwegs und der U-Bahnhof Samariterstraße ist gleich um die Ecke.

Bei der Eröffnung gab es zum Verkosten für die Saucen in Würfel geschnittenes Weißbrot, bei dem Katrin immer wieder darauf hinwies, dass es sich um japanisches Toastbrot handele.
Für mich hatte das Brot keinerlei Ähnlichkeit mit japanischem Toastbrot, weswegen ich wissen wollte, was daran denn japanisch war.

Katrin hat das Brot nach einem japanischen Familienrezept gebacken, das sie von ihrer japanischen Freundin bekommen hat. Eine besonders lange Gäre sei das Besondere, erklärt sie mir.

Ich gestehe ihr, dass ich beim Anblick der angebotenen Speisen bei der Eröffnung nicht wirklich an "Feinkost" denken musste. Und dass das Gebäck bei mir nicht punkten konnte.

Das Problem liegt im Begriff "Feinkost" selbst. Wiki verrät: "Als Feinkost werden besondere Lebensmittel bezeichnet, die nicht zum alltäglichen Bedarf gehören. Der Begriff ist gesetzlich nicht geregelt und kann werblich beliebig verwendet werden."

Was das Gebäck angeht, zeigt sie sich verständig und gesteht, dass ihr das Kochen mehr liege als das Backen.

Ich kläre sie darüber auf, dass ich gelernte Konditorin bin und die japanische Pâtisserie mein Hobby ist, weswegen ich bei Backwaren besonders kritisch bin.
Wenn sie mag, greife ich ihr gerne unter die Arme, biete ich ihr an. Immerhin hat sie eine gewerblich zugelassene Küche, die das Backen ermöglicht.
Für mich wäre das eine interessante Herausforderung.

Wir beschließen das Interview damit, dass ich die Woche darauf noch einmal vorbeischauen werde, um eine mögliche Kooperation zu besprechen.^^

Wer weiß, vielleicht wird es demnächst Ichigo Short Cake  oder Matcha Roll oder Shiratama Tôfu Dango oder oder geben. :-D

Es war ein nettes und unterhaltsames Gespräch und ich danke Katrin für ihre Geduld und dass sie all meine Fragen beantwortet hat.

Übrigens: Auf der Internet-Seite "NIPPONYA" ist bereits ein Bericht über Hanabira erschienen.

HANABIRA – Japanische Lebensmittel und Feinkost

Colbestr. 5, 10247 Berlin – Friedrichshain (MAP)

Öffnungszeiten:
Mo–Sa 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Kommentare:

  1. Dein Artikel und der Laden sind sehr interessant. Schade das es keinen Onlineshop gibt

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    1. Danke schön. Und was den Online-Shop angeht, das ist sicher nur eine Frage der Zeit. :-)

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  2. Hey Mariiii :)
    Vielen vielen Dank für deinen Post! Ich bin jetzt echt neugierig auf den Laden geworden und werde mir ihn demnächst auch mal anschauen. ^^ (Ich wohn ja nur 10 min von dort entfernt.) Lass uns wissen, ob das mit der Kooperation von dir klappt, dann werd ich so oft wie es geht nur vorbei kommen und deinen coolen Leckereien naschen. <3

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    1. Das ist ja cool. Ich werde heute gegen 13:00 Uhr da sein und Melonpan mitbringen. Zum Verkosten. Werd eins für dich einpacken. Wenn du grad zu Hause bist, komm doch rum, dann kann ich es dir geben. :-)

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    2. Woaahh! ^^ Wie toll bist du denn?! Wie schade! :-D Ich war leider die letzten Tage bisschen krank, deswegen konnte ich noch nicht aus dem Haus. Ich werd aber wahrscheinlich morgen oder übermorgen mal reinschneien und bissle smöckern. ;-)

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