Freitag, 13. Februar 2015

Japanurlaub 2014/15, 30.12.–31.12.2014

Dienstag, der 30. Dezember 2014

Das Wetter ist schön und so fahren wir heute ans Meer. Allerdings ist der Wind sehr stark und kalt.
Hätte ich doch bloß meine Mütze mitgenommen.


Kazu macht das gar nichts aus. Er und K-san spielen am Strand mit der kräftigen Brandung und erkunden die Felsen.



Mittags gehen wir in ein Nudelrestaurant. Da für Nagoya und Umgebung die Kishimen (flache, breite Weizennudeln) typisch sind, bestelle ich Gomoku Kishimen (Kishimen mit verschiedenen Belägen).


Mmh, die heiße Nudelsuppe tut richtig gut. Auch Kazu, mit dem ich meine Suppe teile, schmeckt sie sehr gut.

Nun fahren wir zurück in die Stadt Nagoya. Zuerst schauen wir uns das Oasis Gebäude an. Es wurde 2002 errichtet und stellt ein Raumschiff dar namens "Spaceship Aqua".
Auf der oberen Ebene, dem Glasdach, kann man um das Wasserbecken in der Mitte herumlaufen. Das Wasser kann man übrigens auch von der unteren Ebene durchs Glas hindurch sehen. Ein wirklicher toller Effekt!


Auf der unteren Ebene ist eine Schlittschuhbahn aufgebaut worden. Allerdings ist der Belag nicht aus Eis. Wir verzichten.


Andere Attraktionen ziehen uns an. Bzw die Großeltern, die Kazu unbedingt etwas Gutes tun wollen. *g*
Und so darf er gleich erst einmal in die Hüpf"burg".


Kazu hat offensichtlich riesig Spaß. :-)

Anschließend darf er eine Runde Elektroauto fahren. Juppie!^^


Außenrum gibt es viele kleine und auch hübsche Geschäfte. Am liebsten wäre ich überall reingegangen. Aber wir wollen weiter. Doch beim Ghibli Store ist Halt. Da MÜSSEN Kazu und ich rein.^^

Kazu hat sich nämlich schon vor der Japanreise ein Totoro Plüschtier gewünscht.
"Den oder den?"
Ganz schön schwierig. Denn es gibt nicht nur Totoro als Plüschtier, es locken auch noch all die anderen Charaktere aus dem Totoro-Film.
Ein kleiner Neko-Bus hat es ihm auch angetan.
"Eins kann ich dir kaufen", sage ich zu ihm.
Nun ratet mal, was Kazu daraufhin gesagt hat.

"Dann gehe ich zu Babasan. Die kauft mir bestimmt beide."
Und in der Tat. Babasan kauft ihm beide Plüschtiere. :-D


Der Neko-bus ist übrigens nur 5 cm hoch, der Totoro ist 11 cm groß.

Gleich in der Nähe des Oasis Gebäudes steht der Nagoya Fernsehturm, das Wahrzeichen Nagoyas.


Wir fahren hoch zur Aussichtsplattform und genießen den Blick über die Stadt. Hier u.a. der Blick auf das Oasis Gebäude.




Danach fahren wir nach Hause, also in K-sans Wohnung. Bis zum Abendessen ist  noch etwas Zeit und ich fotografiere die Lebensmittel, die K-san und meine Mutter von Freunden geschickt bekommen haben.

Einmal frischer echter Wasabi.


Und frische, qualitativ ganz hochwertige und wirklich aromatische Erdbeeren. In Japan hat nämlich die Erdbeersaison begonnen .



Zum Abendessen fahren wir in ein Restaurant, das spezialisiert ist auf Shabu Shabu, Sukiyaki und Kaiseki Dinner. Wir haben dort Sukiyaki bestellt.



Die Vorspeise wird gebracht. Was genau das war, weiß ich nicht mehr. Irgendeine Farce vom Fisch glaube ich.
Das rohe Ei ist für das Sukiyaki. Man verrührt das Ei und taucht das gebratene Fleisch und das Gemüse hinein.


Die Gemüseplatte:


Die Fleischplatte mit dem besten Kuroge Wagyû (Qualitätsstufe 5A, besser geht es nicht):


Die Bedienung eröffnet das Braten. Der Boden des Sukiyaki-Topfes wird eingefettet, dann werden ein paar Porreescheiben gebraten. Das verbessert wohl das Aroma.
Schließlich wird die erste Scheibe Fleisch eingelegt. Das Fleisch ist ganz steif. Aber es dauert nicht lange, bis die Scheibe gebraten ist.
Ich habe das Glück und bekomme die erste Scheibe gereicht.


Wow. Ich bin überwältigt. Das schmeckt wirklich unglaublich. Ganz zart  ist das Fleisch.
Nach zwei, drei Scheiben  verabschiedet sich die Bedienung und wir dürfen alleine weiter brutzeln.


Das Gemüse ist ebenfalls köstlich.
Ich bin ein langsamer Esser und auch kein großer Fleischesser. Als ich bei meiner dritten Scheibe Fleisch bin, ist die Zeit schon gut fortgeschritten, was leider dazu führte, dass im Topf immer mehr Brühe schwimmt, die immer fettiger wird.
Die dritte Scheibe schmeckt mir gar nicht mehr so gut. Sie ist mir einfach zu fettig. :-(
Nichtsdestotrotz war das Essen ein tolles Erlebnis und etwas ganz Besonderes.

Auf dem Heimweg fahren wir an der Burg Nagoya vorbei.


Schön .^^

Abends schaue ich noch ein wenig Fernsehen. Nihon Rekôdo Taishô (Japan Record Award), eine Preisverleihung für Musik ähnlich den Grammy Awards.
Pure Nostalgie, denn diese Sendung habe ich damals als Teenager in Japan auch immer geschaut.
Ich bin selig.^^

Mittwoch, der 31. Dezember 2014

Es ist Silvester bzw auf Japanisch heißt der letzte Tag des Jahres Ômisoka.

Da ich den Wunsch geäußert habe, dass ich mit Kazu gerne ins Nagashima Spaland möchte, einem großen Vergnügungspark mit vielen Achterbahnen für jedes Alter, fahren K-san und ich um 9:00 Uhr los in die City. K-san zeigt mir (damit ich mich ggfs dann alleine zurechtfinde) das Meitetsu Bus Center und die Haltestelle, von der aus der Bus zum Nagashima Resort fährt.
Anschließend gehen wir ins Meitetsu Kaufhaus, das um 10:00 Uhr öffnet.
Trotz der frühen Zeit ist es bereits sehr voll. Aber wir können uns zumindest noch bewegen. Um die Mittagszeit wird es dann so voll, dass man so gut wie gar nicht mehr vorwärtskommt, erklärt mir K-san.
Am Fleischstand herrschen bereits jetzt schon Wartezeiten von über 30 min!

Wir fahren nach oben, um das bestellte Neujahrsessen abzuholen, Osechi ryôri heißt das in Japan.

Der letzte Tag des Jahres ist in Japan ein wichtiger Tag, wenn auch kein Feiertag.
Es ist üblich, dass man den Abend zu Hause bei der Familie verbringt und man sich ein edles Essen gönnt.
Die nächsten drei Tage 1.1.–3.1. waren in Japan früher (auch noch zu meiner Zeit in den 80er Jahren) Feiertage und alle Geschäfte waren geschlossen. Auch war es Brauch, dass man in den ersten drei Tagen nichts kochte. An diesen Brauch hält sich aber schon lange keiner mehr.
Nur der Brauch, Osechi ryôri zu Neujahr zu essen, ist geblieben.

Beim Durchqueren des Kaufhauses komme ich an einem interessanten Stand vorbei. So etwas gibt es in Deutschland nicht. Neujahrsschmuck und das Symbol für das neue Jahr.
2015 ist das Jahr des Schafes.


Am späten Vormittag fahren wir mit K-sans Auto zurück. Auf der Heimfahrt lasse ich mich am Supermarkt Piago absetzen. Ich möchte noch ein wenig in Ruhe (! *g*) shoppen.

Es ist 11:00 Uhr. Ich beginne im Obergeschoss bei der Wäsche und stoppe gleich bei den Strümpfen. Hier hatte ich mir 2010 bereits Strümpfe gekauft, die immer noch top sind und die ich heute noch gerne trage. Drei Paar kosten 990 Yen (etwa 7 €). Ein richtig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ich suche mir 3 Paar aus (Made in Japan).


Eine Stunde später wechsle ich ins Untergeschoss. Hier gibt es u.a. Haushaltswaren wie auch Schreibwaren.
Ich nehme mir einen Korb und schon wandern Schere, Lineal und Stifte für Kazu zum Schulanfang in den Korb. Für mich gibt es ein paar neue Backformen.^^

Im Erdgeschoss sind die Lebensmittel. Meine letzte Station. Ich möchte nur ein wenig schauen. Groß einkaufen werde ich hier ein anderes Mal.

Auch im Supermarkt gibt es Neujahrsessen (vorne im Bild) und viele andere Dinge zum Jahreswechsel zu kaufen. Nur Feuerwerkskörper wird man vergeblich suchen, denn in Japan ist es nicht üblich, zum Jahreswechsel zu knallen.
Feuerwerk gehört in Japan in die Sommerzeit.


Beim "nur schauen"bleibt es dann doch nicht. An den Äpfeln kann ich nicht vorbeigehen. Ich liebe Fuji Äpfel. <3


Ein Apfel kostet 148 Yen bzw 159 Yen inklusive Steuern (ca. 1,20 €).
Auch die japanischen Gurken liebe ich und schwupps landet ein Beutel im Korb.^^
Als ich an der Kasse bin, ist es bereits 14:00 Uhr.

Das Wetter ist schön und ich gehe zu Fuß nach Hause. Zu Fuß ist man etwa 30 min unterwegs.

Wieder zurück, beginnt der gemütliche Teil des Tages. Einkäufe auspacken, Mittag essen, Eis essen, mit Kazu spielen. In Zeitschriften (über Cafés) blättern, Fernsehen schauen.

Am Silvesterabend wird in Japan festlich gespeist. Man isst Lebensmittel, die man sich sonst nicht gönnt. Z.B. Wagyû (das japanische Rind) in bester Qualität, weswegen es am Fleischstand im Kaufhaus auch so voll war.
Oder Krustentiere wie die große Schneekrabbe (Zuwaigani). Ebenfalls ein Luxusessen.
Diese gibt es heute Abend bei uns: Wir essen Kani-nabe, ein beliebtes, sehr edles Wintergericht.
Das Zerlegen der Krabbe ist die Aufgabe von K-san. Mit Handschuhen und einer speziellen Schere macht er sich ans Werk.


Meine Mutter (Babasan) kümmert sich derweil um die Brühe und das Gemüse.
Neben Chinakohl kommen noch weiße Maitake (ein Speisepilz) und Enoki Pilze in den Topf, dazu noch Shirataki.



Nach dem Abendessen wird Fernsehen geschaut.
Um 21:30 Uhr beginnt die Sendung Kôhaku Uta Gassen. Das ist bzw war in Japan die meist gesehenste Sendung. Mittlerweile hat sie jedoch an Beliebtheit verloren.
Auch wir haben früher stets diese Sendung an Silvesterabend geschaut. Daher habe ich mich ganz besonders darauf gefreut.

Ich genieße den Nostalgie-Trip und freue mich, dass ich sogar einige der japanischen Stars kenne.

Mitternacht. Das Neue Jahr 2015 beginnt.

In der Ferne gibt es doch tatsächlich Feuerwerk zu sehen. Es ist das offizielle Feuerwerk über dem Nagashima Spa Land.
Tja, so haben wir doch noch ein wenig Feuerwerk zu sehen bekommen. :-D

Shinnen akemashite omedetôgozaimasu!

Kommentare:

  1. Das Fleisch beim Sukiyaki hätte ich auch mal gerne probiert, die Maserung sieht ja einfach genial aus. Auch bei dem Kani-nabe hätte ich nicht nein gesagt, leider habe ich solche Krabben hier bei uns noch nie gesehen. Also logische Schlussfolgerung, ich muss doch mal in Japan Urlaub machen.
    Liebe Grüße Danii

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    1. Hehe, ja, nach Japan fährt man hauptsächlich wegen des Essesn hin. :-D
      Und es lohnt sich.
      Auch die Japaner fahren hauptsächlich wegen des Essens irgendwohin hin.
      So werben die Tourismuszentren in Japan nicht mit ihren Sehenswürdigkeiten, sondern mit ihren kulinarischen Spezialitäten.

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    2. Das stimmt....!
      Wir fahren immer irgendwohin um etwas Leckeres zu essen...
      Und es lohnt sich auch ;)
      LG, Kumiko

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    3. Genau, und da ich nicht alle Patisserien und Cafés abklappern konnte, muss ich unbedingt noch einmal nach Japan. *g*

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  2. Wieder sehr interessant! Vielen Dank, dass du dir so viel Mühe machst.
    Hast du dir eigentlich in Japan kleine Notizen gemacht oder weißt du mit Hilfe der Fotos noch alles im Detail?
    Schönes Wochenende!
    Viele Grüße,
    Alica

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    1. Danke schön für dein Feedback, Alica. Da habe ich das Gefühl, dass sich die Mühe lohnt. :-)
      Ich hatte immer ein Notizheft bei mir und habe mir da Bemerkungen gemacht. Und dass die Fotos mit Zeit- und Datumangabe versehen sind, hilft auch ungemein.

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  3. Ja das japanische Essen ist einfach spitze.
    Ich hab in Japan auch so viel gegessen und das gute ist, dass ich trotzdem nicht zugenommen habe.
    Man bekommt auch besonders zur Mittagszeit recht gute Angebote für ein Menü finde ich.

    Bei dem Oasis-Gebäude meintest du ja, dass die Schlittschuhbahn nicht aus Eis war, jetzt interessiert es mich, woraus sie sonst war ;)

    Liebe Grüße

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    1. Der Boden der "Eisbahn" bestand aus Platten, die dicht beieinander lagen. Sehr glatt sah es nicht aus. Aber die Leute hatten Schlittschuhe mit Kufen an.
      Hätte die Bahnoberfläche gerne mal angefasst.

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    2. Ja, klingt echt Interessant, ich werde mal Google dazu befragen ;)

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  4. Ja, da wird man richtig neidisch. Das tolle essen hätte ich gerne mit euch geteilt. Dafuer waren wir gestern in duesseldorf shoppen und japanisch essen. Da kam wenigstens ein hauch von japan-feeling auf uns zu. Ganz liebe gruesse und noch einen schoenen sonntag wuensch ich euch!

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    1. Oh wie schön. Da freue ich mich auf deinen Düsseldorf-Bericht. ^^

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  5. Ich will sofort nach Japan! Vielen Dank für die Einblicke in Eure Familie und den Alltag (Einkaufen etc.) in Japan!

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    1. Freut mich, dass dir der Bericht gefällt.

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