Samstag, 17. November 2012

Oya nashi no Oyako Donburi 親なしの親子丼 Elternloses Oyako Donburi


Oyako Donburi war früher eines meiner Lieblingsgerichte und ist ein in Japan weit verbreitetes und beliebtes Gericht. Es ist eines der Hauptvertreter für Donburi-Gerichte, das ich euch anlässlich meiner japanische Reisgerichte-Vorstellung  präsentieren möchte.

Oyako bedeutet Eltern-Kind. Der Name stammt daher, dass das Gericht mit Hühnchenfleisch (Eltern) und Eiern (Kind) zubereitet wird.

Bei Donburi wird gekochter Reis in einer großen Schüssel (also eine Schüssel, die größer ist als ein Reisschälchen) serviert, auf den dann die Zutaten mit einer Sauce kommen.
Donburi-mono ("Schüsselgerichte") werden mit den Stäbchen gegessen. Die Schüssel darf auch in die Hand genommen werden. Zum Ende hin bleibt oftmals ein weicher Rest übrig, der mit Stäbchen kaum noch zu fassen ist. Dann nimmt man die Schüssel hoch, führt sie an den Mund und kann sich so mit den Stäbchen den Rest quasi in den Mund schaufeln.
In erstklassigen Restaurants jedoch wird dieser letzte Schritt weggelassen und man lässt den Rest einfach in der Schüssel übrig, falls kein Löffel dazu serviert wurde.
Heutzutage kann man mittlerweile auch schon Leute beobachten, die Donburi mit dem Löffel essen. Traditionell ist das jedoch nicht.


Da wir mittlerweile kein Hühnchenfleisch mehr essen, gibt es bei uns das Originalgericht nicht mehr. Statt Hühnchenfleisch nehme ich Momendôfu (fester Tofu), daher sind meine Eier "elternlos".

Für Oyako Donburi gibt es viele Rezepte, die sich geringfügig unterscheiden.
Folgendes Rezept mag ich besonders gerne, weil es viel Gemüse enthält und die Soße auch genau nach meinem Geschmack ist.

Zutaten für 4 Personen

300 g Reis (Rohgewicht)
350 g Hühnchenfleisch oder fester Tôfu
100 g frische Shiitake-Pilze
1 Stange Porree
4 große Eier
Mitsuba, ersatzweise glatte Petersilie
350 ml Dashi
2 EL Rohrohrzucker (weißer Zucker geht auch, dann aber weniger nehmen, da dieser feinkörniger ist)
2 EL Mirin
4 EL Sojasoße

Zubereitung

Den Reis wie gewohnt kochen.

Das Hühnchenfleisch in mundgroße Stücke schneiden.
Den Tôfu in mundgerechte Würfel oder Quader schneiden.
Die Shiitake-Pilze vom Stiel befreien und in Streifen schneiden.
Den Porree in dünne Scheiben schneiden. (Wer es stückiger mag, kann den Porre auch in mundgroße Stücke schneiden.)
Die Eier leicht verrühren.

In einer großen Pfanne Dashi mit Zucker, Mirin und Sojasoße zum Kochen bringen.
Hühnchenfleisch bzw Tôfu und die Pilze zufügen, und bei mäßiger Hitze solange garen, bis das Hühnchenfleisch gar ist bzw der Tôfu das Aroma aufgenommen hat und weich ist.
Porree hinzufügen und mitgaren lassen. Wenn der Porree gar ist, Mitsuba bzw Petersilienblätter hinzufügen.
Die Hitze so weit erhöhen, dass der Pfanneninhalt leicht blubbert.
Die verquirlten Eier darübergießen (einmal im Kreis über den ganzen Inhalt, nicht nur an einer Stelle) und gleich einen Deckel auflegen. Nicht das Ei noch in der Pfanne verrühren.
Etwa 15 Sekunden warten, dann das "Feuer" ausmachen.

Nun lässt man das Ei bei geschlossenem Deckel in der Resthitze stocken. Idealerweise sollte es zu 2/3 fest sein.

Den fertig gekochten Reis auf vier Schüsseln verteilen.
Die Eiermasse in der Pfanne vierteln und je ein Viertel mit einem tiefen Löffel oder einer Kelle mitsamt Flüssigkeit über den Reis geben.

Ich wünsche guten Appetit.


Thema: Japanische Reisgerichte

Kommentare:

  1. Ich habe nix dazu geschrieben, da ich das Rezept nie nachkochen werde...leider kann ich meinen Mann weder mit Tofu noch mit Pilzen glücklich machen. Hühnchen ist zusätzlich auch ein seltener Gast in unserer Küche.
    Aber wenn es euch schmeckt (das nächste mal dann ohne Poree ;)) ist doch super! Dann haste das Rezept jetzt niedergeschrieben und in deiner Sammlung.
    Lass dich nciht entmutigen, wenn mal kein Kommentar kommt^^ Du bist einfach zu verwöhnt^^

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  2. Ja,da hast du wahrscheinlich recht (mit dem verwöhnt). Danke dir für deinen Kommentar. <3

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  3. Also, ich habe das Rezept nachgekocht und fand es sehr lecker. Werde sicher noch ein paar andere probieren.

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    1. Das freut mich zu lesen. Danke schön fürs Feedback.

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  4. Hallo Mari,
    ich habe das Rezept heute nachgekocht und es ist unglaublich gut. Vielen Dank!
    Liebe Grüße Mims

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    1. Das freut mich. Danke schön für dein Feedback.

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  5. Liebe Mari, wie hast Du die ganzen Gerichte mit Mirin für Deinen Sohn abgewandelt? Was kann man anstatt Mirin verwenden, um es (klein-)kindtauglich zu machen? Danke für eine kurze, hilfreiche Info. Liebe Grüße, Sandy

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    1. Hallo Sandy, als Kazu noch jünger war, habe ich Mirin oder Sake einfach weggelassen oder schlichtweg durch Wasser ersetzt. Kinder sollen ja eh nicht so süß und stark gewürzt essen.
      Seitdem er etwa 4 ist, begnüge ich mich damit, dass ich die Brühe gut aufkochen lassen. Der meiste Alkohol verfliegt dann ja. Zumindest schlägt meine Alkoholallergie keinen Alarm mehr beim Kosten.^^
      In japanischen Kochbüchern für Kleinkindernährung wird Sake und Mirin ebenfalls verwendet (in kleinen Mengen), aber immer aufgekocht.
      Du solltest aber stets das, was du brauchst, nur aufkochen lassen, da Mirin, den man mal aufgekocht hat, nicht mehr lange haltbar ist. Maximal so 2 -3 Tage, habe ich gelesen.
      Wenn du wegen des Rest-Alkohols bei Mirin trotz Aufkochens noch Bedenken hast, kannst du statt Hon-Mirin auch die einfachere Sorte "Mirin Flavor" (みりん風調味料) nehmen, die weniger Alkohol enthält. Aufkochen lassen würde ich aber beides.
      Danke schön für dein Feedback. Verzeih, dass ich mich erst jetzt melde. Ich kam am Donnerstag ins Krankenhaus und musste mich erst einmal erholen. Heute ist schon wieder besser.
      Liebe Grüße, Mari

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    2. Liebe Mari, ist alles gesundheitlich alles soweit in Ordnung bei Dir? Ich wünsche Dir gute Besserung und dass Du Dich gut erholen kannst (also in einem optimalen Umfeld ;-). Liebe Grüße, Sandy

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Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar.