Sonntag, 5. Juli 2015

Gestreifte Rouladentorte



Diese Torte habe ich schon mehrmals gebacken, da sie nicht nur einen schönen Anschnitt aufweist, sondern auch sehr gut schmeckt.
Sie setzt sich zusammen aus einer Haselnussbiskuitroulade, die mit Cognac getränkt und mit Schokoladensahne aufgewickelt wird. Das Rändern der Torte mit selbst hergestelltem Haselnusskrokant sorgt für eine zusätzliche knusprige Gaumenfreude.
Damit vereint diese Torte alles, was mein Vater gerne isst, weswegen ich sie ihm dieses Jahr als Geburtstagstorte gebacken habe.#

Von der Zubereitung her, mag sie etwas aufwändig erscheinen, da sich die Herstellung über 3 Tage zieht, aber die einzelnen Arbeitsschritte sind schnell erledigt.

Tag 1: Schokoladensahne
Tag 2: Krokant und Biskuit und Zusammensetzen
Tag 3: Schlagsahne steifschlagen, Torte einstreichen, rändern und ausgarnieren.


Zutaten

Schokoladensahne
300 g Schlagsahne
36 g Zucker
75 g Zartbitterschokolade

Haselnusskrokant
200 g gehackte Haselnüsse
200 g Zucker
1 TL Zitronensaft
100 ml Wasser

Haselnussbiskuit
60 g gehackte Haselnüsse
8 Eigelb
80 g Zucker
1 Messerspitze Salz
abgeriebene Schale 1 unbehandelten Zitrone
4 Eiweiß
70 g Mehl
10 g Speisestärke

Tränke
6 cl Cognac
Zuckersirup nach Belieben

Ausgarnierung
etwas Nuss-Nougat-Creme
200 g Schlagsahne
15 g Zucker
Dekorelemente nach Belieben

Zubereitung

Schokoladensahne
Schokolade hacken.
Sahne mit Zucker in einen Topf geben und aufkochen lassen.
Die zerkleinerte Schokolade hinzufügen und unter Rühren schmelzen lassen.
Abkühlen lassen. Dann für mehrere Stunden, am besten über Nacht im Kühlschrank erkalten lassen.

Haselnusskrokant
Die gehackten Nüsse in einer Pfanne ohne Fett rösten.
Zucker mit Zitronensaft und Wasser verrühren und zu Karamell kochen.
Nüsse hinzufügen, mit Karamell überziehen und die Masse möglichst flach auf ein gefettetes Backblech geben.
Krokant erkalten lassen. Dann mit der Teigrolle fein zerstoßen.

Haselnussbiskuit
Die gehackten Nüsse in einer fettfreien Pfanne rösten. Dann fein mahlen.
Ofen auf 220°C O/U-Hitze vorheizen.
Backblech mit Backpapier auslegen.
Mehl mit Speisestärke mischen.
Eigelb mit Zucker, Salz und Zitronenschale in einer großen Schüssel schaumig schlagen.
Eiweiß in einer fettfreien Schüssel cremig-steif schlagen.
Den Eischnee auf die Eigelbmasse geben. Das Mehlgemisch darauf sieben. Haselnüsse darauf geben.
Alles mit dem Schaber miteinander vermengen.
Dabei darauf achten, dass man so wenig Luftbläschen wie möglich zerstört und dass man so kurz wie möglich die Masse bearbeitet.

Die Masse etwa 5 mm dick aufs Blech streichen.
Im vorgeheizten Ofen bei 220°C O/U-Hitze ca. 8 min backen.

Den Boden auf ein feuchtes Tuch stürzen und die oben liegende Seite (die mit dem Backpapier) ebenfalls mit einem feuchten Tuch abdecken.
Boden abkühlen lassen.

Zusammensetzen
Den Biskuitboden von den Tüchern und dem Backpapier befreien und die Backhaut abrubbeln.


Für die Tränke den Cognac pur lassen oder mit Zuckersirup abmildern.

Den Boden tränken und der Länge nach in vier gleich breite Streifen schneiden.
Die Breite der Streifen + 1 cm ergibt die Höhe der Torte.


Die Schokoladensahne aufschlagen. Aufpassen, dass man die Sahne nicht überschlägt. Sie wird schnell fest.
Den Boden gleichmäßig mit der Schokoladensahne bestreichen.


Den ersten Streifen eng aufrollen und hochkant auf eine Tortenscheibe stellen.


Den zweiten Streifen ans Ende dicht anlegen und drum herum wickeln.


Den dritten und vierten Streifen ebenfalls dicht anlegen und drum herum legen.


Die Torte sollte möglichst kreisrund werden.

Die Oberfläche nochmals tränken (falls Tränke übrig ist) und mit Nuss-Nougat-Creme bestreichen.
Den Rand mit Folie gegen Austrocknen schützen und die Torte für mehrere Stunden (am besten über Nacht) in den Kühlschrank stellen.


Fertigstellung
Die Schlagsahne mit Zucker zu etwa 80% steif schlagen.
Die Torte rundherum mit der Sahne bestreichen.
Den Rand komplett mit Krokant versehen. (Aber nicht über die Oberkante rüber rändern.)
Die Oberfläche nach Belieben ausgarnieren.
Die Torte nochmals für 1–2 Stunden in den Kühlschrank stellen, bevor man sie anschneidet.


Inspirationsquelle: "Gute Kuchen besser backen" von Mascha Kauka, Lingen Verlag 1991

Freitag, 3. Juli 2015

Japanurlaub 2015, 10.1.–17.1.

Samstag, der 10. Januar 2015

Wochenende. K-san unternimmt mit uns wieder einen Ausflug per Auto. Wir fahren früh los, um nicht in die langen Wochenendstaus zu kommen und um frühzeitig beim Restaurant zu sein, in dem wir heute Mittagessen werden. Die Spezialität des Restaurants ist Tôfu Dengaku und da der Laden vor allem am Wochenende immer sehr voll ist, wollen wir vor 12:00 Uhr da sein.

Zwischendurch wird natürlich an einer der vielen Autobahnraststätten Halt gemacht.
Da dort auch viele Reisebusse halten, sind die Toilettenräume groß ausgelegt.
Dieses Schild finde ich besonders praktisch. Es zeigt, welche Toiletten frei sind. Cool, oder?


20 vor 12 erreichen wir die Gaststätte.


Es ist noch recht leer und wir bekommen problemlos einen Tisch.
Wir bestellen, dann wird serviert.
Tôfu Dengaku, das ist Tôfu am Spieß, der gegrillt wird. In diesem Restaurant werden die Spieße über offenem Feuer gegrillt, weswegen es trotz sehr hoher Decke und Abzugsystem doch nach Rauch riecht. So gar nichts für meine Bronchien.
Aber lecker sind die Spieße in der Tat.


Dazu gibt es Yuba-Wakame-Salat


Tempura


und Tôfu-Burger


sowie weitere Kleinigkeiten:



Anschließend fahren wir nach Iga zum Ninja-Museum.
Die Führung ist total spannend, denn es werden einem verschiedene Tricks gezeigt, wie die Ninja so plötzlich verschwinden konnten. Ich bin echt baff.
Auch die Austellung ist sehenswert und für Kazu ist natürlich die Ninja-Show (Life-Vorführung) das große Highlight.

Da mir kalt ist, bin ich nicht in Fotografierlaune.

Kazu bekommt im Souvenirladen ein Ninja-Schwert (aus Plastik) und einen Wurfstern (aus Gummi) geschenkt und ist total begeistert.

Hier noch ein Foto, das ich in der Gegend dort aufgenommen habe.



Mir ist nicht nur kalt, auf dem Heimweg kommt noch Husten dazu.
Wieder zurück messen wir Temperatur: 37,9°C zeigt das Thermometer an.
Ich esse nur noch ein halbes Toast und trinke heiße Milch, dann gehe ich bereits um halb sieben ins Bett.

Sonntag, der 11. Januar 2015

Da am Montag unsere Bustour mit Übernachtung nach Tôkyô stattfindet, beschließe ich, den Sonntag lieber zu Hause zu bleiben und mich auszuruhen.

K-san und meine Mutter ziehen alleine mit Kazu los.

Montag, der 12. Januar 2015

Heute findet die Bustour nach Tôkyô statt. Ich habe mich schon die ganze Zeit auf diese Tour gefreut, denn ich liebe Tôkyô und u.a. soll es zum Skytree gehen (und auch hoch auf die Plattform!), nach Asakusa und auch Kamakura stehen auf den Plan.
Und die Tour ist sogar mit Übernachtung.

Es ist auch schon alles bezahlt und billig ist die Reise nicht gerade.
Doch was soll ich machen? Ich habe am Montagmorgen über 38°C Fieber.
Es wäre unvernünftig, die Reise anzutreten und so muss ich schweren Herzens meine Mutter und Kazu (K-san muss arbeiten) alleine fahren lassen.

T_T

Ich verbringe den Tag im Bett, denn ich fühle mich richtig matt.

Dienstag, der 13. Januar 2015

Das Thermometer zeigt nun 40°C an. K-San fährt mit mir zum Arzt.
Ich bekomme Medikamente gegen Fieber und Erkältung.

Spät abends kommen Babasan und Kazu von ihrer Reise zurück.
Kazu mit Fieber. Oh je. Jetzt hat es ihn auch erwischt.

Meine Mutter ist ganz begeistert und sagt, dass wir die Tour bei meinem nächsten Japanbesuch unbedingt  erneut buchen müssen.

Mittwoch, der 14. Januar 2015

Die Medikamente haben bei mir gewirkt und es geht mir schon besser.
Ich lasse es heute ruhig angehen und mache nur einen kleinen Ausflug zum Supermarkt Piago.
Als ich jedoch vor dem Bücherregal stehe, und mal wieder durch die Bücher stöbere, wird mir plötzlich ganz schwindlig und übel.
Schnell auf die Toilette, doch erbrechen muss ich nicht. Mir ist aber immer noch leicht schwindlig. Da habe ich mich wohl doch überanstrengt.
Langsam und behutsam trete ich den Heimweg an.

Auch Kazu muss sich schonen.

Abends noch ein Foto vom Balkon.


Die Nacht wird tränenreich. Kazu ist ganz heiß und ich habe starke Schwindelanfälle. Alles dreht sich in rasantem Tempo um mich herum. Das Gefühl ist ganz, ganz schrecklich.

Donnerstag, der 15. Januar 2015

Heute fahren wir alle zum Arzt und werden gründlich durchgecheckt. Diagnose: Influenza A.
Kazu und ich bekommen etwas zum Inhalieren (Inavir).
Schonen ist angesagt.

Abends jedoch kommen wieder die Schwindelanfälle. Sobald ich flach liege und die Augen schließe, dreht sich alles. Es ist furchtbar und noch schlimmer als am Mittwoch.
Durch den Schwindel und die Übelkeit kann ich auch nichts essen und bin völlig kraftlos.

Freitag, der 16. Januar 2015

Wir fahren wieder zum Arzt. Mit Kazu ist alles okay, bei ihm hat das Medikament sofort angeschlagen und er hat nur noch erhöhte Temperatur.
Ich dagegen kann kaum noch laufen, weil sich alles dreht.

Ich komme an den Tropf und erhalte eine Infusion und Tabletten gegen den Schwindel.
Wieder zurück geht es gleich wieder ins Bett.

Samstag, der 17. Januar 2015

Endlich schlagen auch bei mir die Medikamente an.
Ich kann aufstehen, ohne dass sich die Welt dreht. Und langsam verspüre ich auch wieder Appetit.

Während Kazu und ich den Tag zu Hause verbringen, ist meine Mutter in der Stadt unterwegs und bringt uns am Nachmittag Kuchen mit.
Aah! Da geht das Herz auf! :-D


Ich kann zwar noch nicht viel essen, aber dafür genieße ich jeden Bissen um so mehr.^^
Und ich kann sogar wieder lachen.


Auf dem Foto oben hat Kazu mich mit Fäden behängt, mit denen er am Spielen war.
Die Mundmaske müssen Kazu und ich immer tragen (außer beim Schlafen), da Influenza hochgradig ansteckend ist.

Mein erstes Abendessen seit langem.
Es gibt einen magenfreundlichen Eintopf und Sushi von einem feinen Sushirestaurant, die K-san mir mitbringt, da ich mir Sushi gewünscht habe.



 Dazu gibt es frisch geriebenen Wasabi.


Super lecker.

Die letzte Woche war wirklich schlimm und ich war körperlich wie auch psychisch völlig fertig. Dieser Schwindel ...
Ein Alptraum, nur dass es kein Traunm war, sondern die Realität. :-(

Ich habe auch Gewicht verloren und bin ins Untergewicht gefallen. Aber ich denke, mit dem japanischen Essen bin ich ganz schnell wieder aufgepäppelt.

Auf jeden Fall geht es mir wieder besser und ich bin wieder frohen Mutes.
Eine Woche Japanurlaub habe ich ja noch.^^

Dorso di Capriolo (alle Mandorle)


Das Rezept für diesen Rehrücken mit Mandeln ist aus meiner Patisserie-Heftreihe "Mit Pâtissiers Cake & Dessert herstellen", Heft Nr. 79 und wird dort vom Pâtissier Motozô Fujita vorgestellt. Pâtissier Fujita ist ein Fan der italienischen Küche und versucht mit seinem Café Sol Levante, den Japanern italienisches Gebäck näherzubringen.

Allerdings hat die google-Suche nach Dorso di Capriolo alle Mandorle nichts ergeben. Ich hatte ja erwartet, wenigstens auf italienischen Seiten fündig zu werden.
Wie dem auch sei, dieser Rehrücken ist durch die vielen Eier sehr saftig und hat uns richtig gut geschmeckt. Und wie es sich gehört, enthält er gemahlene Mandeln und Schokolade.

Noch besser als Fujitas Rehrücken mit Mandeln (siehe nachfolgendes Foto) jedoch


gefiel uns die Variante ohne Mandelstücke und dafür mit mehr Schokoladentropfen (siehe erstes Foto).

Zutaten für eine Rehrückenform von 10 cm x 30 cm x 5 cm

125 g Butter
125 g Zucker
75 g gemahlene, blanchierte Mandeln
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
63 g Vollei (etwa 1 Ei Gr. L bzw. 25 g Eigelb + 38 g Eiweiß)
50 g Eigelb (ca. 3 Eigelbe von Eiern der Gr. M)
63 g Eiweiß (ca. 2 Eiweiße von Eiern der Gr. M)
25 g Zucker (für Eischnee)
40 g Mehl Type 405
35 g Mehl Type 550
2,5 g Backpulver
63 g gehackte Mandeln
20 g Schokoladentropfen (ich lasse die Mandeln weg und nehme ca. 80 g Schokoladentropfen)

Butter zum Fetten der Form
gehobelte Mandeln zum Ausstreuen der Form (lasse ich weg, da Kazuo die nicht mag)
Puderzucker zum Überstäuben (dient nur der Optik)

Vorbereitung

Rehrückenform fetten und mit gehobelten Mandeln ausstreuen.
Butter, Eier und Eigelbe auf Zimmertemperatur bringen. Eiweiß bis zur Verwendung kalt stellen.
Mehle mit Backpulver mischen und sieben.
Gehackte Mandeln im 180°C O/U-Hitze heißen Ofen ca. 15–20 min rösten.
Anm.: Man kann die Mandeln auch in der Pfanne auf dem Herd rösten.
Ofenhitze bei 180°C O/U-Hitze beibehalten.

Zubereitung

Butter mit Zucker, gemahlenen Mandeln und Zitronenschale weiß-cremig aufschlagen.
Vollei mit den Eigelben verquirlen und nach und nach einrühren.
In einer fettfreien Schüssel Eiweiß aufschlagen. Wenn grobe Bläschen entstehen, die 25 g Zucker auf einmal hinzugeben. Eiweiß zu einem cremigen Eischnee aufschlagen. Wenn man den Quirl herausnimmt, sollte der Eischnee in einer langen Spitze vom Quirl herabhängen.

Etwa 2 Schaber voll Eischnee zur Buttermasse geben und unterheben/ einrühren.
Mehlmix in eine Schüssel sieben und geröstete Mandeln und Schokoladentropfen hinzufügen. Alles gut vermengen. Auf die Buttermasse geben und mit dem Schaber in schneidenden Bewegungen unterziehen. (Der Rührteig muss nicht ganz glatt sein, da gleich noch der Eischnee untergehoben wird).
Den restlichen Eischnee unterheben.

Den Teig in die vorbereitete Rehrückenform füllen.
Die Form 2–3 mal leicht auf die Arbeitsplatte klopfen, um eventuelle Luftlöcher zu entfernen.
Oberfläche glätten.

Kuchen im vorgeheizten Ofen bei 180°C O/U-Hitze etwa 35 min backen.

Rehrücken aus der Form stürzen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
Nach dem Abkühlen den Kuchen leicht mit Puderzucker bestäuben. (Die gehobelten Mandeln sollten noch zu sehen sein.)
Anm. Bei dem Rehrücken mit Mandeln habe ich vergessen, vor dem Zerteilen ein Foto zu knipsen.


Na? Sieht diese saftige Krume nicht einladend aus?^^

An einem kühlen Ort aufbewahrt und gut verpackt hält sich der Kuchen bis zu einer Woche, verliert jedoch von Tag zu Tag an Aroma.

Mit Schlagsahne serviert wird aus einem Stück Kuchen ein schönes Dessert. Dazu passt ein Vin Santo besonders gut, so die Empfehlung des Pâtissers Fujita.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Wochenrückblick 22.6.–30.6.

Letzte Woche war ich so beschäftigt, dass ich nicht dazu gekommen bin, Kommentare zu beantworten (werde ich die Woche noch), e-Mails zu schreiben geschweige denn zu bloggen.
Ab Freitag sollte es jedoch wieder ruhiger werden.

Na dann mal sehen, an was ich mich noch so erinnern kann.

Montag, der 22. Juni 2015

Heute geht es zur Untersuchung bei der Gynäkologin. Ich spreche sie auf die Wechseljahre an, weil ich die letzten Tage hin und wieder nachts völlig verschwitzt aufgewacht bin.
2 1/2 Jahre soll ich ruhig noch die Pille nehmen, meint sie. Das würde auch eventuelle Beschwerden lindern. So lange bräuchte ich mir keinen Kopf machen. Wenn ich 50 bin, sehen wir dann weiter.
Ach ja, jetzt bin ich also mitten in der Umstellung von der fruchtbaren zur nicht-fruchtbaren Lebensphase.

Dienstag, der 23. Juni 2015

Es wird Zeit, die Woche zu planen. Am 28. Juni wird mein Neffe getauft und ich habe zugesagt, Patin zu werden. Da heißt es nachmittags noch schnell eine Taufpatenbescheinigung im Gemeindebüro beantragen.
Das ist zum Glück keine große Sache. Donnerstag kann ich sie mir abholen. Wunderbar.

Nach dem Judo stärken wir uns mit Eier-Bratenreis.


Mittwoch, der 24. Juni 2015

Heute ist mein erster Tag alleine im Laden von matchashop. Meine Arbeitgeber sind im Urlaub und der Laden bleibt zu. Ich kümmere mich um die online-Bestellungen.
Ein komisches Gefühl, wenn alles so still ist. Doch bald habe ich mich daran gewöhnt und tauche in die Arbeit ein.^^

Als ich Kazu vom Kindergarten abhole, ermahnt mich die Erzieherin, dass sie die Schultüte zum Befüllen zurück bräuchte. Ich verspreche ihr, sie am Montag abzugeben.
Ich habe nämlich einen Schultüten-Rohling bekommen, den ich verschönern soll.
Argh, ich bastle überhaupt nicht gerne.

Auch von der Elternvertreterin unserer Gruppe kommt eine Erinnerungsmail, dass die Kochbuchseiten in doppelter Ausführung, die als Geschenk für die zwei Gruppen-Erzieherinnen gebastelt (!) werden sollen, bis zum Monatsende fällig sind.

Und dann habe ich noch meiner Schwester zugesagt, Torten und Kuchen für das Kuchenbüfett zu backen. Groß einkaufen ist daher angesagt.

Und die ersten Böden backen.

Donnerstag, der 25. Juni 2015

Kazu zum Kindergarten bringen, zum Gemeindebüro, Taufbescheinigung abholen, weiter zur Arbeit, Einkauf, Kazu vom Kindergarten abholen, nach Hause, Einkauf einräumen, Judo-Tasche packen, mit Kazu zum Judo, Judo, wieder nach Hause, Abendessen zubereiten, Kind verköstigen, ins Bett bringen und dann die Birnenkaramellmoussetorte einsetzen und einfrieren. Schließlich backe ich noch den Baiserboden für die Zitronensahnetorte.

Um Mitternacht falle ich ins Bett. Uff.

Freitag, der 26. Juni 2015

Neben Kind und Haushalt backe ich 2x Mürbteigböden, Dacquoiseboden, Wiener Boden, koche Konfitüre und bereite eine weiße Schokoladencreme zu.

Nebenbei wird noch die Schultüte gebastelt.

Samstag, der 27. Juni 2015

Ich backe vier Mandelkuchen (einen muss ich zweimal backen, weil der nichts geworden ist).
Setze die Zitronensahnetorte zusammen, koche Konditorcreme und setze das Fundament für die Erdbeertorte zusammen.

Nebenbei werden die Kochbuchseiten gebastelt.

Auch heute wird es wieder spät.

Sonntag, der 28. Juni 2015

Um viertel vor vier Uhr morgens klingelt der Wecker.
Die Torten müssen ausgarniert, die Erdbeertorte belegt und mit Guss versehen werden.

Ich muss duschen, mich schick ankleiden und herrichten und Kazu ebenfalls.

Dann muss alles transportfähig verpackt werden. Dabei geschieht ein Missgeschick. Ein Deckel landet auf meiner Zitronensahnetorte und meine Deko ist hin. :-((( Seufz. Da kann man nichts mehr retten.
Ich staune über mich selbst, dass ich so gelassen bleibe. Früher wäre ich heulend in mich zusammengesackt. Das Alter? Das Mutter sein?

Um 9:00 Uhr kommt der Bus. Los geht's.

Wir fahren zu meiner Schwester, wo erst einmal die Torten in den Kühlschrank wandern.
Dann gehen wir zusammen zur Kirche. Die Taufe findet im Rahmen des Kindergottesdienstes um 11:30 Uhr statt.

Vor der Kirche stehen schon mein Bruder und meine Mutter. Keanu und Kazu laufen auf sie zu, ich mit.
"Los, Babasan begrüßen!"
Meine Mutter begrüßt Keanu und Kazu.
Ich rufe: "Jetzt bin ich dran!"
Ich will meine Mutter umarmen, in dem Moment dreht sie sich um und geht weg.

Früher wäre ich wohl sofort am Boden zerstört gewesen, aber die Therapie scheint geholfen zu haben.
Statt am Boden zerstört zu sein, rufe ich ihr hinterher:
"Ich bin auch noch da!"
Aber sie hört mich nicht und verschwindet in der Kirche.
Nun muss ich doch mit den Tränen kämpfen. Es dauert etwas, dann habe ich mich wieder im Griff.
Ich weiß, dass es keine Absicht von meiner Mutter war., Sie hat halt nur Augen (und Ohren) für ihre Enkel. Aber weh tut es trotzdem. Sehr.

Gottesdienst und Taufe.

Kazu darf die Taufschale halten


dann wird Keanu getauft.

Und ich bin nun Patentante. :-)

Die Taufgesellschaft wird auf verschiedene Autos verteilt. Ich fahre mit meinem Schwager und meiner Mutter zu meiner Mutter nach Hause, um von ihr ihre Kuchen abzuholen. Denn auch meine Mutter hat fleißig gebacken.
Dann holen wir meine Kuchen ab und bringen alles zum Raum.

Meine Torten und Kuchen müssen noch geschnitten werden, dann wird angerichtet und es kann fotografiert werden.^^


Vorne der Mandel-Rehrücken


dahinter die glutenfreien Kuchen (links der lockere Poundcake mit Reismehl und rechts der feuchtere Mandelkuchen)


links dahinter die verunglückte Zitronensahnetorte


dahinter die Birnen-Karamellmoussetorte (noch mit Randfolie)


und am linken Ende die Erdbeertorte "Mari"


Meine Mutter hat gebacken:
Vanillesahnecremetörtchen mit Beerenfüllung,


eine Prinzregententorte, die statt mit Schokoladenbuttercreme mit Schokoladenpuddingcreme gefüllt ist,


und eine französische Birnentarte mit Eiercreme


Die Gäste waren begeistert, aber auch sonst war es eine schöne Tauffeier, die meine Schwester da auf die Beine gestellt hat.

Montag, der 29. Juni 2015

Ich bin total kaputt und trinke erst einmal eine riesige Schale Matcha. :-P
Im Kindergarten gebe ich Schultüte ab und werfe die Kochbuchseiten in den Elternvertreter-Briefkasten. Puh. Wieder was erledigt.
Ab zur Arbeit. Ach du Schreck. Übers Wochenende ist eine Flut an Bestellungen eingetroffen. Da habe ich gut zu tun.

Zeit, um Kazu abzuholen. Heute Nachmittag geht es bei schönstem Wetter auf den Spielplatz. Ich lege mich auf eine Bank und mache ein Nickerchen. Hach, tut das gut. Und die Sonne ist so schön warm. Ich liebe dieses Wetter. So ab 24°C aufwärts fühle ich mich richtig wohl.

Im Hintergrund höre ich Kazus Stimme. Das beruhigt.

Abends geht es heim. Schnell noch Abendessen kochen, essen, eine Runde "Siedler von Catan" mit Kazu spielen und Bettzeit.

Dienstag, der 30. Juni 2015

Ich wache schon wesentlich erholter auf.^^

Kazu zum Kindergarten bringen, weiter zur Arbeit, Einkauf, nach Hause, Einkauf einräumen, Kazu vom Kindergarten abholen, wieder zurück, Judo-Tasche packen, mit Kazu zum Judo, Judo, wieder nach Hause, Abendessen zubereiten.

Heute gibt es wieder Daniis Filoteig-Flammkuchen.
Der ist so simpel und doch so lecker.


Mir schmeckt er besonders gut als Sandwich gefüllt mit Salat und Salatsoße.
Heute jedoch habe ich einen Wrap daraus gemacht. :-D


Jetzt aber ab ins Bett. Das war vielleicht ein Monat.

Bei Kazu merke ich deutlich, dass er wirklich bereit für die Schule ist. Nicht nur das Interesse am Lesen und Rechnen ist gewachsen, auch das Verständnis von Zahlenmengen und Wörtern (Silben, Anfangslaute, etc) hat sich deutlich verbessert.
Er ist verständig, selbständig und denkt mit.
Kazu und ich, wir freuen uns beide sehr auf die Schule. Ich finde Neuanfänge immer total spannend.

Diese Woche habe ich bei einem Blog eine Schnitte gesehen, die mit Beeren und Grün dekoriert war und komplett überpudert wurde.
Die Schnitte an sich sah wirklich klasse aus, aber ich fand (bzw. finde), dass es sehr winterlich aussieht, wenn auch die grünen Blätter mit Puderzucker überstaubt werden.

Was tue ich also, ich hinterlasse folgenden Kommentar:

"Hallo,
deine Mille Feuille sieht sehr gelungen aus.
Wunderschön anzusehen.
Wenn ich dennoch etwas anmerken dürfte …
Ich würde nur nicht alle Früchte (und vor allem die Blätter nicht) überpudern. Das wirkt in meinen Augen zu winterlich.
Die z.B. Brombeeren lieber überglänzen. Das Grün grün lassen. Das gibt einen schönen Kontrast zwischen glänzend und matt.
Liebe Grüße, Mari, die wirklich bewundert, was du alles so zauberst."
Ich persönlich begrüße es, wenn mir jemand Tipps gibt oder mir andere Sichtweisen eröffnet.
Also dachte ich mir nichts dabei.

Doch als Antwort kam folgendes:

"Das Überglänzen von Früchten bei Desserts, die für den Restaurantservice à la minute hergestellt werden, ist unüblich und lehne ich auch ab. Das Rezept ist nicht für die Pâtisserie-Vitrine bzw. zur Lagerung geeignet. Dann wäre ohnehin einiges am Rezept zu ändern. Natürlich könntest du aber beim Nachbacken Anpassungen nach deinem Geschmack vornehmen. Meine Rezepte stellen lediglich einen Vorschlag dar und entsprechen meinem persönlichen Geschmack.
Es freut mich aber, dass dir auch etwas gefallen hat."

Nun, zum einen gefällt mir, dass ich etwas durch die Antwort lernen konnte.
Desserts für den Restaurantservice à la minute werden nicht überglänzt, Pâtisserie-Vitrine (ein tolles Wort) ... wow.

Aber ansonsten kommt mir die Antwort sehr, hm, wie soll ich sagen, recht patzig vor.

Auf jeden Fall wird mir wieder mal sehr klar, dass es besser ist, bei Kommentaren sich nur auf "oh wie toll" zu beschränken. Was anderes wollen die Leute wohl gar nicht hören.

Also ich höre gerne Verbesserungsvorschläge. Natürlich ist Kritik im ersten Moment immer schlecht zu verdauen. Aber im zweiten erhält man plötzlich eine neue Sichtweise und hat so die Möglichkeit, sich zu verbessern bzw lernt dazu, dass Perfektion im Auge des Betrachters liegt.
Ich weiß jetzt, dass manche es schön finden, wenn alles überpudert wird.

Ich bin z.B. ganz begeistert von der Erdbeertorte. Aber mein Mann und auch meine Mutter bemängelten den Mürbteigboden. Der stört sie.
So ist das eben.

Hidemi Sugino, einer der großen japanischen Pâtissiers sagt, er möchte auf ewig unperfekt bleiben, damit er sich von Tag zu Tag weiter entwickeln kann.

Eine tolle Einstellung!